Mercedes-Benz

Zu Besuch im Bremer Ratskeller.

24. Oktober 2019

Geschäftsführer Arnd Feye und Kellermeister Karl-Josef Krötz nehmen uns mit auf Entdeckungstour durch die kultige Gaststätte, die ein echtes Paradies für Feinschmecker, Weinliebhaber und Unternehmungslustige ist.

Los geht’s in der Historischen Halle, einem Gewölbe unter dem Bremer Rathaus. Massige Fässer und rustikale Eichenmöbel schmücken den großen Raum, an der Südseite liegen sechs Separees. Historische Bilder und Holzvertäfelungen verzieren die Wände dieser kleinen Stuben, die bis zu fünf Personen Platz bieten. Die Atmosphäre ist urig und gemütlich, hier wird jedes Dinner zu einem exklusiven Erlebnis. In einer dieser „Priölken“ treffen wir Geschäftsführer Arnd Feye und Kellermeister Karl-Josef Krötz.

Gemütlichkeit pur in der Priölke.

Klein, aber fein: Die Priölken bieten Platz für bis zu fünf Personen.

„Die Priölken blicken auf eine lange Geschichte zurück. Seit 1599 sind sie Teil des Bremer Ratskellers. Früher haben Kaufleute und Kapitäne hier ungestört verhandelt, heute reservieren Gäste die Räumlichkeiten für exklusive Anlässe. Aus Anstandsgründen werden die Türen erst geschlossen, wenn mehr als drei Personen am Tisch sitzen“, erzählt Arnd Feye, Chef des Gastronomie-Bereichs. Der 57-Jährige hat bis 2008 als Koch im Bremer Ratskeller gearbeitet und ist anschließend in die Geschäftsführung gewechselt.

Angefangen von norddeutschen Spezialitäten bis hin zu Gerichten speziell für Veganer und Vegetarier bietet die Gastronomie ein breites Angebot. „Beliebt sind natürlich klassische Fischgerichte wie Matjesfilet und Bremer Pannfisch. Ebenfalls angesagt sind aber auch Labskaus mit Spiegelei und Bremer Knipp, eine kross gebratene Hafergrützwurst vom Schwein, mit Bratkartoffeln und Apfelkompott“, so der ehemalige Sternekoch.

Von der reinen Gastronomie zum Event-Anbieter.

Von der Historischen Halle gelangen wir erst in den Hauffsaal und anschließend in das Senats- und Kaiserzimmer. Die Räumlichkeiten eignen sich ideal für Hochzeiten, Geburtstage und Familien- oder Firmenfeiern. „Es genügt nicht mehr, einfach die Tür des Bremer Ratskellers aufzuschließen. Gastronomie bedeutet heutzutage auch Event-Management. Heißt für uns, dass wir Geschichte und Tradition mit Trends kombinieren“, sagt Feye. Daher finden regelmäßig spannende Events wie das Krimi-Dinner und das beliebte Musical „Nachts in Bremen“ im Ratskeller statt. Der Bacchuskeller bietet beispielsweise Platz für bis zu 250 Gäste und eine urige Atmosphäre.

Zu Besuch im Bremer Ratskeller.

Immer einen Besuch wert: Geschäftsführer Arnd Feye und Kellermeister Karl-Josef Krötz geben Einblicke in die kultige Gaststätte.

Der Bremer Ratskeller ist immer einen Besuch wert: Geschäftsführer Arnd Feye und Kellermeister Karl-Josef Krötz geben Einblicke in die kultige Gaststätte.

Weinfässer hinter verschlossenen Türen.

Weiter geht’s in den Apostel- und Rosekeller, den Krötz normalerweise nur für Ratskeller-Führungen öffnet. Kerzen erleuchten den dunklen Raum, erdig-samtiger Geruch paart sich mit Kirsch-Aromen, die an alten, edlen Sherry und Port erinnern. Hier lagern in zwölf Eichenfässern die Rheinweine aus dem 18. Jahrhundert. Das sogenannte Rosefass mit dem berühmten Rüdesheimer Wein von 1653 ruht am Ende des Kellers. „Der Wein ist eine Rarität und daher unverkäuflich“, erklärt Krötz. Der 62-jährige Weinbauingenieur aus Neef an der Mosel kennt sich bestens in seinem Metier aus. Er beschäftigt sich nicht nur mit dem Weinhandel und der Pflege vorhandener Bestände, sondern auch mit der Erweiterung des Sortiments im Bremer Ratskeller. Dazu verkostet er jährlich etwa 3.000 deutsche Weine des neuen Jahrgangs. Doch nur 150 Sorten erhalten das Prädikat „Bremer Ratskeller“.

In deckenhohen Regalen lagert Krötz die Flaschenweine. Insgesamt verfügt der Bremer Ratskeller über 1.250 Weine.

Flaschenweine als verborgene Schätze.

Zur Schatzkammer geht es noch eine Treppe hinab, vorbei an deckenhohen Regalen mit Flaschen- und Fassweinen. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto kühler wird es. „Die Temperatur beträgt hier nur neun Grad. Das ist wichtig, um die edelsüßen Spitzenweine zu konservieren“, so Krötz. Die Raritäten, die in der blau angestrahlten Schatzkammer lagern, sind zusätzlich in durchsichtige Plastikfolien eingewickelt, damit die Etiketten erhalten bleiben. Wer einen Blick in die geheimen Kellerräume werfen möchte, sollte unbedingt an einer Kellerführung teilnehmen. Je nach Rundgang erfahren Besucher jede Menge rund um Weintraditionen, kostbare Sorten, Anbau und die Kombination von Wein mit Schokolade und anderen Speisen.

Unser Fazit.

Mit wechselnden, unterhaltsamen Events und spannenden Ratskeller-Führungen geht die kultige Gaststätte neue Wege – ohne dabei ihren Leitsatz von „Qualität aus Tradition“ aus den Augen zu verlieren. Wir kommen gerne wieder!

Ratskeller-Wissen auf einen Blick.

Größtes Weinlokal Deutschlands.

800 Sitzplätze bietet die Gastronomie. Damit gilt der Bremer Ratskeller als größtes Weinlokal Deutschlands.

Seit 2004 UNESCO-Welterbe.

2004 wurden die Räumlichkeiten des Bremer Ratskellers in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Aus dem Spätmittelalter.

1405 startete der Bau des Bremer Rathauses. Im Zuge dessen ist auch der Bremer Ratskeller entstanden.

Der älteste Weißwein Deutschlands.

2500 Euro kostet eine Flasche des ältesten Weißweins in Deutschland. Die Rede ist vom Rüdesheimer Apostelwein.

Bremer Ratskeller

Am Markt
28195 Bremen

Fotos: © TERRITORY Content to Results GmbH, Jörg Sänger