Mercedes-Benz

Fahrwerkschäden erkennen.

04. Februar 2020

Ist das Fahrzeug in einem einwandfreien Zustand, nutzen sich die Reifen achsweise gleichmäßig ab. Was aber, wenn das nicht der Fall ist? Unsere Experten Matthias Helmke, Konstantin Eckert und Kilian Nonnast von der Mercedes-Benz Niederlassung Bremen sagen, worauf zu achten ist.

Achse vermessen.

Ein Schlagloch oder einen Bordstein übersehen – schon ist es passiert. Traggelenke, Spurstangen, Stoßdämpfer oder Federn können durch solche Ereignisse leiden, Spur und Sturz die korrekte Einstellung verlieren. Die Folgen sind erhöhter Reifen- und Radlagerverschleiß sowie deutliches Nachlassen der Kurvenstabilität bis zum Ausbrechen des Fahrzeughecks. Unter Umständen funktionieren sogar die Assistenzsysteme nicht mehr einwandfrei. Und längst nicht immer machen sich Schäden durch Poltern, Rattern oder Klappern des Fahrwerks bemerkbar. Ein wichtiger Hinweis kann aber die ungleichmäßige Abnutzung der Reifen sein.

Typisches Bild bei fehlerhaften Fahrwerkeinstellungen: einseitig abgefahrene Reifen.

Matthias Helmke von der Bremer Mercedes-Benz Niederlassung zeigt das häufigste Fehlerbild: „Ist nur eine Seitenfläche stark abgenutzt, passt der sogenannte Sturz nicht mehr, also der Winkel des Rades relativ zur Fahrbahnoberfläche“, sagt Helmke.

Vor einer Neuvermessung der Achse muss auch nach defekten Elementen der Achsaufhängung geschaut werden. „Ein Check des Fahrwerks bei uns in der Niederlassung zeigt, ob etwas repariert oder ausgetauscht werden muss. Auch wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, aber am Reifenbild noch nichts erkennen, kann eine Achsvermessung Sinn machen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite“, so der Experte.

Auswuchten.

Ein weiterer Grund für die ungleichmäßig abgenutzte Lauffläche kann eine Unwucht sein, also ein Ungleichgewicht bei der Drehung des Rades. Durch Beschädigungen oder Unebenheiten der Fahrbahn, starke Bremsmanöver oder häufiges Kurvenfahren können die Reifen ein klein wenig auf der Felge bewegt werden. „Wenn Sie bei bestimmten Geschwindigkeiten ein Flattern im Lenkrad haben, sollte man neu wuchten“, so Matthias Helmke.

Präzise: Das Wuchtgerät zeigt per Laserstrahl, an welcher Stelle die Auswuchtgewichte geklebt werden müssen.

Denn schon ein kleines Gewicht kann gravierende Folgen haben. Matthias Helmke rechnet vor: „Eine Unwucht von nur zehn Gramm wirkt schon bei Tempo 100 wie 2,5 Kilogramm. Bei Tempo 200 werden daraus fast zehn Kilogramm – das 1.000-Fache.“ Wenn so ein Gewicht an Achs- und Lenkungsteilen zerrt, dann hinterlässt das Spuren.

Im Reifen-Center am Standort Bremen kann an der Wuchtmaschine neben einer statischen und einer dynamischen Unwucht auch der Höhenschlag von Reifen und Felge überprüft werden. Diese Abweichung vom Rundlauf lässt sich nicht mit Auswuchten beheben, sondern nur mit dem Drehen des Reifens auf der Felge.

Straßensimulation: Mit 600 Kilogramm wird der sich drehende Reifen auf eine Rolle gepresst. So lässt sich ein
eventueller Höhenschlag erkennen.

Übrigens: Gewuchtet wird das Rad, also die Kombination aus Reifen und Felge. „Fertigungstoleranzen bei beiden Radkomponenten sorgen dafür, dass ein nicht ausgewuchtetes Rad nie völlig rund läuft. Ohne geht es eben nicht“, sagt Mathias Helmke.

Reifenexperte Matthias Helmke von der Niederlassung Bremen.

Rundum-Schutz.

Wenn die Reifen ersetzt werden müssen, lohnt sich der Kauf von Rädern und Reifen beim Mercedes-Benz Service. Bei jedem Kauf eines Reifens oder Komplettrades ist der Reifenschutz kostenlos enthalten. Ersatz- und Montagekosten im Schadensfall werden innerhalb von 36 Monaten nach Kauf komplett erstattet. Der Reifenschutz deckt dabei Schäden durch eingefahrene Gegenstände und Bordsteinkollisionen, Reifenplatzer, den Diebstahl des Reifens und Vandalismus ab.

Mehr Informationen:
Reifengarantie

Vorwärmen gehört dazu: Beim Auf- oder Umziehen eines Reifens sollte dieser 26 bis 28 Grad Celsius warm sein. 

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Bodenhaftung.

Klar ist: Ein Reifen muss zum Fahrzeug passen. Wenn er außerdem genau wie Rad und Fahrwerk regelmäßig kontrolliert wird, steht dem sicheren Fahrvergnügen nichts im Wege.

Richtiger Reifendruck.

Ist das Fahrzeug in einem einwandfreien Zustand, sollten sich die Reifen achsweise gleichmäßig abnutzen. Was aber, wenn das nicht der Fall ist? Experte Kilian Nonnast aus der Mercedes-Benz Niederlassung Bremen erklärt, worauf zu achten ist.

Fotos: Christian Schmid