Race Track FAQs

Reifentechnik auf der Rennstrecke - Fragen und Antworten

Reifenluftdruck

Wie kann ich den Reifenfülldruck an die Strecke anpassen?

Der richtige Reifenluftdruck ist für das sichere und schnelle Fahren auf der Rennstrecke entscheidend. Um einen optimalen Grip zu erzielen benötigt der gefahrene Reifen eine bestimmte Temperatur, bei der die Gummimischung optimal arbeitet. Mit zunehmender Temperatur vergrößert sich aber auch das Volumen der Luftfüllung - der Reifendruck steigt.
An der Rennstrecke gilt daher folgende Vorgehensweise:

  • Reifenluftdruck (kalt) entsprechend der Herstellerempfehlung einstellen
  • Fahrzeug und Reifen auf Betriebstemperatu fahren
  • Reifenluftdruck im warmen Zustand erneut korrigieren auf die Herstellerempfehlung oder auf persönlichen Wunsch

Durch Korrekturen im Bereich von 0,1 bis maximal 0,3 bar kann die Balance des Fahrzeugs beeinflusst werden. Leichtes Übersteuern kann durch Absenken des Luftdrucks an der Hinterachse korrigiert werden, leichtes Untersteuern durch Druckabsenkung an der Vorderachse.
Die Laufflächentemperatur, z.B. bei Semislick-Reifen, sollte zwischen 70 und 90 °C liegen.

Wie oft muss ich den Reifenfülldruck auf der Rennstrecke prüfen?

Während der Erwärmungsphase steigt der Fülldruck mit jeder Runde, bis der Reifen auf Temperatur ist. Der Fülldruck sollte daher nach jedem Run (3 bis 4 Runden) angepasst werden, damit bei entsprechender Temperatur der richtige Fülldruck auf den Reifen ist.

Ist die Befüllung der Reifen mit Stickstoff für die Rennstrecke geeignet?

Nein. Stickstoff verlangsamt sicherlich die temperaturbedingte Erhöhung des Fülldrucks. Das aber ist an einem Tag auf der Rennstrecke nicht messbar. Außerdem unterscheiden sich die thermodynamischen Eigenschaften von Stickstoff nicht grundsätzlich von denen der Umgebungsluft, so dass die Druckzunahme mit steigender Temperatur sich nicht merklich verändert. Man sollte dabei nicht vergessen, dass Luft zu 78 % aus Stickstoff besteht. Die verwendete Luft sollte so trocken wie möglich sein.

Wird auf trockener Strecke ein anderer Fülldruck empfohlen als auf nasser?

Bei nasser Strecke sollte mit einem Reifenfülldruck gefahren werden, der normalerweise für die Straße empfohlen wird (also ein höherer Druck als bei trockener Strecke).

Rennstrecke

Wie fährt man Reifen richtig ein?

Man fährt ein paar Kilometer mit moderater Geschwindigkeit, um den Reifen einzufahren und dafür zu sorgen, dass der Reifen gut in der Felge sitzt.

Wie ändert sich der Grip auf nasser Strecke bei unterschiedlichen Temperaturen?

Der Grip auf nasser Strecke kann zwischen niedrigen und hohen Temperaturen erheblich variieren. Je nach Reifen gibt es bei bestimmten Temperaturen Leistungsspitzen.

Was muss ich an den Reifen überprüfen, wenn ich nach einem Tag auf der Rennstrecke wieder auf der Straße fahre?

Sie sollten sicherstellen, dass der Fülldruck wieder auf den richtigen Wert gebracht wurde und dass keine sichtbaren Beschädigungen am Reifen vorhanden sind (durch Verschleiß, Beschädigungen, Stöße und anderes).

Verschleiß

Woran erkenne ich übermäßigen Verschleiß der Reifen auf der Rennpiste? Und was bedeutet das im Hinblick auf die Achsgeometrie des Fahrzeugs oder mein Fahrverhalten?

Durch die Belastungen auf der Rennstrecke kommt es zu schnellerem und auch anderem Verschleiß als auf der Straße. Die Belastung in den Kurven führt üblicherweise dazu, dass die Reifen außen stärker abgenutzt werden. Übermäßiger Verschleiß liegt dann vor, wenn an den Außenseiten der Gürtel sichtbar wird. Diese Art von Verschleiß deutet auf einen zu geringen statischen Radsturz und/oder auf Untersteuerung hin. Bei Fahrzeugen mit hohem negativem Radsturz sollte auf den Verschleiß an den Innenflanken geachtet werden.

Ist es normal, dass die Räder nach einem Tag auf der Rennstrecke vibrieren?

Nein, es sei denn, es sind Gummistücke von der Strecke an den Reifen kleben geblieben. Dieses Phänomen wird als Pick-up bezeichnet.

Wie entfernt man solche Gummistücke, die nach einem Tag auf der Rennstrecke diese Vibrationen auslösen?

Fahren Sie den Wagen, um die Reifen auf Temperatur zu bringen. Durch die Wärme und die Zentrifugalkräfte fliegen die Stücke von selbst weg.

Wie entwickelt sich die Fahrleistung bei zunehmendem Verschleiß des Reifens?

Mit dem Verschleiß verringern sich Präzision und Reaktivität des Reifens. Die Aquaplaningeigenschaften beim schnellen Durchfahren von Wasserlachen sinken spürbar.

Was kann man auf der Rennstrecke tun, um die Lebensdauer des Reifens zu verlängern?

Zwischen den Runs sollten Sie einige Runden zur Abkühlung fahren. Zwei Runs mit je vier Runden bei Höchstgeschwindigkeit nutzen die Reifen weniger ab als ein Run mit 8 Runden.